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Die Pizza wars! Der Abschluss der EU- Beitrittsverhandlungen vor 25 Jahren

Pizza - Symbolfoto
Nein, diese war es nicht!

Der 1. März 1994 ging mit dem Abschluss der österreichischen EU-Beitrittssverhandlungen in die Geschichte ein. Formell gesehen, waren es aber der 27. und 30. März 1994. An diesen beiden Tagen wurden erst die letzten beiden Verhandlungskapitel 23 und 28 mit Österreich bzw. die Beitrittsverhandlungen der Europäischen Union mit den EFTA-Staaten Österreich, Schweden, Norwegen und Finnland abgeschlossen.

Die letzten Verhandlungsstunden im Brüsseler Ratsgebäude hatten damals die Verhandler auf beiden Seiten gefordert. Themen wie Transit, aber auch die Zuckerquote, gefährdeten einen Beitritt Österreichs. Doch was wären erfolgreiche Verhandlungen ohne Legenden! – Nein, es war nicht die Reblaus, sondern die Pizza, die den Weg Österreichs in die Europäische Union öffnen sollte und ein legendäres Bussi nach sich zog.

Inmitten des Tohuwabohus – böser Grieche, stampfender Deutscher, bockende Österreicher – erscheint der damalige Kammerpräsident Leo Maderthaner (†), an sich bloß Sozialpartneraufpasser. Er bringt den genervten Verhandlern zehn Pizzen, die er auf Geheiß von Wirtschaftsminister Wolfgang Schüssel hatte holen müssen. Mit den Cardinales gelingt der Durchbruch. Und eine neue Reblaus-Legende ward geboren.

Weber, Andreas: Brüssel, Charlemagne, 1. März 1994, 22 Uhr, in: www.trend.at., 28.02.2014, https://www.trend.at/wirtschaft/meinung/bruessel-charlemagne-1-maerz-1994-22-uhr-37308

Schlussendlich gibt es zum Abschluss der EU-Verhandlungen und der folgenden Volksabstimmung über den EU-Beitritt am 12. Juni 1994 eine Vielzahl von Analysen und Studien. Eine empfehlenswerte ORF-Dokumentation über die letzten 72 Stunden der Beitrittsverhandlungen arbeitet die Spannungspunkte und Atmosphäre der letzten Sitzungsstunden in Brüssel besonders heraus.

Im Gedenken an den damaligen ÖVP-Außenminister und Chefverhandler Dr. Alois Mock, der am 10. Juni 2019 seinen 85. Geburtstag gefeiert hätte.

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